
Bereits Wochen zum voraus arbeitet der Turnverein als Organisator für den Eierleset. Vorallem das Nähen von neuen oder das Instandstellen von havarierten Kostümen, so besonders das Aufnähen der alten Spielkarten für den Jasschärtler und das Befestigen der Schneckenhäuschen für den Schnäggehüsler erfordern einiges Geschick. Auch die kräfteraubende Hobelarbeit für das Kostüm des Hobelspänlers braucht viel Zeit und Fingerspitzengefühl, damit möglichst lockige Späne verwendet werden können. Nachdem im Wald genügend Tannenzweige und Stechpalmen gesammelt wurden, werden in der Osterwoche unter Mithilfe der Damen- und Männerriege auch die Kostüme des Tannästlers und Stechpälmlers angefertigt. Zu guter Letzt werden auch die eigens für den Eierleset vom bekannten Maskenbildner Hans Schmid aus Wettingen hergestellten Masken herausgeputzt.
Viel Vorbereitungsarbeit wird auch für die Abfassung der Eierpredig
benötigt, eine Art Schnitzelbank, die am Schluss der Veranstaltung
durch den Eierpfarrer von der Kanzel herab verkündet wird. Dabei werden
vorallem die Gemeinderäte kräftig in die Pfanne gehauen. Stiche
und Seitenhiebe gehen aber auch an Mitbürger vom Dorf, die keineswegs
mit Samthandschuhen angefasst werden. In zwei Jahren fallen jeweils genug
Ereignisse an, die Stoff bieten für eine scharfzüngige Rede (vor
Jahren haben gewisse Sprüche auch schon den Friedensrichter beschäftigt...).
Nachdem die umfangreichen Vorbereitungen in aller Stille vor sich gegangen
sind, kommt am Samstag vor dem Weissen Sonntag emsiges Leben in die breite
Dorfstrasse. Mit
Traktor und Wagen werden Tannenbäume herangeführt, die an
den beiden Dorfeingängen, verbunden mit Tannenkränzen, als Triumphbogen
aufgestellt werden, geschmückt mit bunten Bändern. Nicht weniger
wichtig ist der Aufbau
der Eierpedig-Kanzel zwischen vier kräftigen Bäumen beim Dorfbrunnen.
Am Sonntagmorgen ist man schon frühzeitig auf den Beinen, um die Eierbahn herzurichten. Auf einer Länge von 80 Metern der Dorfstrasse entlang werden in Abständen von einem Meter paarweise Sägemehlhäufchen angelegt, auf die fein säuberlich insgesamt 162 Eier gelegt werden, immer neunmal zwei weisse rohe und einmal zwei farbige gekochte. Am unteren Ende der beiden Eierreihen ist zwischen zwei Tännchen eine Kornwanne aufgestellt, gefüllt mit Spreu.
Das alte Volksbrauchtum des Eierlesets kann das meist tausendköpfige
Publikum dem Turnverein unter der tatkräftigen Mithilfe seiner Riegen
verdanken, der diesen schönen Brauch in Effingen am Leben erhält.
Bereits am Abend vorher sorgt der Organisator in der Turnhalle für
tolle Stimmung, um die Gemüter schon vor dem Wettkampf so richtig aufzuwärmen.